PasswortGenerator

Skript-Steuerung des PasswortGenerators

Neben der Erstellung von Passwörtern über die grafische Benutzeroberfläche des Programms, bietet der PasswortGenerator in der Desktop-Version zusätzlich auch die Möglichkeit, Passwörter innerhalb von Skripten oder über die Kommandozeile zu generieren. Wie das funktioniert erklären wir Ihnen im folgenden.

Batch Modus

Um den PasswortGenerator in den Batch-Modus zu versetzen, ist nur ein Parameter erforderlich. Rufen Sie den PasswortGenerator einfach über die Kommandozeile oder innerhalb eines Scripts mit dem Parameter -cl (steht für command line) auf:

PasswortGenerator -cl

Damit startet der PasswortGenerator im Batch Modus ohne grafische Benutzeroberfläche. Mit diesem Aufruf generiert das Programm automatisch gleich nach dem Starten ein Passwort, gibt dieses über die Befehlszeile aus und beendet sich dann wieder selbst.

Da dieser Aufruf keine weiteren Parameter enthält, werden die Standardeinstellungen für das Generieren des Passworts verwendet. Das sind entweder die Voreinstellungen des PasswortGenerators oder die Starteinstellungen, falls sie welche gespeichert haben.

Einfluss auf die Länge des Passwortes nehmen

Der erste interessante Parameter, mit dem Sie die gewünschte Länge Ihres Passwort einstellen können ist der Parameter l. Schreiben Sie dazu einfach hinter l= wie lang Ihr Passwort sein soll. Ein Aufruf kann zum Beispiel folgendermaßen aussehen:

PasswortGenerator -cl l=16

Mit dieser Zeile erstellen Sie ein Passwort mit 16 Zeichen. Darüber hinaus werden für das Passwort die Standardeinstellungen des PasswortGenerators verwendet. Falls Sie den Parameter "l" weglassen, wird auch für die Passwortlänge die Standardeinstellung genutzt.

Einfluss auf die verwendeten Zeichenklassen nehmen

Im PasswortGenerator stehen Ihnen 4 Zeichenklassen für Ihre Passwörter zur Verfügung: Großbuchstaben, Kleinbuchstaben, Ziffern und Sonderzeichen. Mit dem Parameter "c" (für character classes) können Sie im Batch Modus bestimmen, aus welchen Zeichenklassen Ihr Passwort gebaut werden soll.

Für jede Zeichenklasse gibt es dabei einen Buchstaben: u (uppercase) steht für Großbuchstaben, l (lowercase) steht für Kleinbuchstaben, d (digits) für Ziffern und s (special characters) für Sonderzeichen. Die Buchstaben können frei kombiniert werden.

Geben Sie also die Buchstaben für alle Zeichenklassen an, falls für Ihr Passwort Zeichen aus allen Zeichenklassen verwendet werden sollen:

PasswortGenerator -cl c=ulds

Wenn nur Großbuchstaben, Kleinbuchstaben und Ziffern verwendet werden sollen, lassen Sie das s für Sonderzeichen weg und übergeben Sie nur die anderen drei Buchstaben:

PasswortGenerator -cl c=uld

Wenn beispielsweise ausschließlich Ziffern genutzt werden sollen, übergeben Sie nur das d (digits) als Parameter:

PasswortGenerator -cl c=d

Die Parameter können natürlich frei gemischt werden. Wenn Sie zum Beispiel ein Passwort mit 8 Zeichen aus Großbuchstaben und Kleinbuchstaben benötigen, können Sie dafür den folgenden Befehl verwenden:

PasswortGenerator -cl l=8 c=ul

Wenn Sie dagegen einzelne oder alle Parameter weglassen, werden die Standardeinstellungen des Programms verwendet.

Beachten Sie bitte, dass auch wenn Sie über den Parameter "c=ulds" angeben, dass für Ihr Passwort alle Zeichenklassen verwendet werden dürfen, der Zufall dennoch dazu führen kann, dass einzelne der Zeichenklassen in Ihrem Passwort fehlen. Wenn Sie dies verhindern möchten, können Sie den Parameter "m" wie folgt verwenden:

PasswortGenerator -cl l=6 c=ulds m=1

Mit "m=1" stellen Sie sicher, dass mindestens ein Zeichen jeder gewählten Zeichenklasse verwendet werden muss ("m" steht für "minimum"). Mit diesem Befehl erstellen wir demnach Passwörter mit sechs Zeichen (l=6), die mindestens einen Großbuchstaben, einen Kleinbuchstaben, eine Ziffer und ein Sonderzeichen enthalten. Mehr zum Parameter "m" erfahren Sie im Abschnitt über die Mindestverwendung von Zeichenklassen. Dort erfahren Sie auch, wie Sie individuelle Mindestanzahlen für einzelne Zeichenklassen festlegen können.

Welche Zeichen für die einzelnen Zeichenklassen verwendet werden, können Sie in den Einstellungen des Programms über die grafische Benutzeroberfläche festlegen. Wenn diese dann als Starteinstellungen gespeichert werden, werden automatisch Ihre Angaben auch im Batch Modus verwendet. Alternativ können Sie die Zeichen der Zeichenklassen aber auch direkt über eigene Parameter definieren (wie wir uns im nächsten Abschnitt ansehen werden) oder Sie können die Definitionen über Konfigurationsdateien festlegen (was wir uns im vorletzten Abschnitt dieses Tutorials anschauen).

Einfluss auf die Zeichen der Zeichenklassen nehmen

Standardmäßig enthalten die Zeichenklassen diejenigen Zeichen, die Sie in den Einstellungen des Passwortgenerators finden. Das heißt, wenn Sie zum Beispiel über den Parameter "c=u" die Zeichenklasse "Großbuchstaben" auswählen, wird Ihr Passwort (ohne weitere Einstellungsmodifikationen) aus den Buchstaben A bis Z bestehen oder wenn Sie über "c=ld" sowohl die Zeichenklasse "Kleinbuchstaben" als auch die Klasse "Ziffern" auswählen, wird für die Generierung Ihres Passwort auf die Buchstaben a bis z sowie die Ziffern 0 bis 9 zurückgegriffen.

Wie bereits im letzten Abschnitt erwähnt wurde, besteht eine Möglichkeit, das Standardset der Zeichen zu ändern, darin, über die grafische Benutzeroberfläche Starteinstellungen für den Passwortgenerator festzulegen oder Konfigurationsdateien als Parameter zu übergeben. Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Zeichensets direkt über die Parameter "cu" (Großbuchstaben von "characters uppercase"), "cl" (Kleinbuchstaben von "characters lowercase"), "cd" (Ziffern von "characters digits") sowie "cs" (Sonderzeichen von "characters special") zu definieren. Wie dies funktioniert, möchten wir uns im folgenden ansehen.

PasswortGenerator -cl l=8 c=uld cu=ABC cl=abc cd=123

Mit dieser Zeile erstellen wir ein Passwort bestehend aus acht Zeichen (l=8). Als Zeichenklassen haben wir über "c=uld" sowohl Großbuchstaben (u) als auch Kleinbuchstaben (l) und Ziffern (d) ausgewählt. Anschließend haben wir jede dieser drei Zeichenklassen durch je drei Zeichen definiert. Als Großbuchstaben sollen ausschließlich die Buchstaben A, B und C verwendet werden (cu=ABC), als Kleinbuchstaben ausschließlich die Buchstaben a, b und c (cl=abc) und als Ziffern die Zahlen 1, 2 und 3 (cd=123).

Welche Zeichenklassen wir überhaupt definieren und welche Zeichen unsere Definition letztendlich umfasst ist ganz uns selbst überlassen. Wir sind dabei völlig frei und daher nicht einmal daran gebunden, dass der Name der Zeichenklasse zu den definierten Zeichen passt:

PasswortGenerator -cl l=12 c=ulds cs=Aa

Hier möchten wir beispielsweise ein Passwort mit zwölf Zeichen generieren und geben über "c=ulds" an, dass dieses Passwort Zeichen aus allen Zeichenklassen beziehen soll. Jedoch geben wir über "cs=Aa" nur eine Definition der Zeichenklasse "Sonderzeichen" an, so das für die anderen drei Zeichenklassen "Großbuchstaben", "Kleinbuchstaben" und "Ziffern" auf die Standardeinstellungen zurückgegriffen wird. Auch enthält unsere Definition mit "A" und "a" gar keine Sonderzeichen sondern sowohl einen Großbuchstaben als auch einen Kleinbuchstaben, welche eigentlich in andere Klassen gehören würden. Diese auf den ersten Blick paradox wirkende Vorgehensweise können wir dazu nutzen, die Häufigkeit verschiedener Zeichen unterschiedlich zu gewichten, wie wir später sehen werden.

In unseren bisherigen Beispielen haben wir unsere Zeichendefinitionen bewusst kurz gehalten, damit die Beispiele übersichtlich bleiben. In der Praxis würden wir natürlich viel mehr Zeichen definieren, um ein stärkeres Passwort zu erhalten. Damit wir nicht jedes Zeichen einzeln definieren müssen, wodurch die Definitionen unübersichtlich lang werden können, bietet uns der Passwortgenerator alternativ die Möglichkeit an, Zeichen über Unicode-Codepoint-Bereiche zu definieren:

PasswortGenerator -cl l=8 c=uld cu=65-90 cl=97-122 cd=48-57 u=1

Dass der Passwortgenerator unsere Angaben als Codepoints interpretieren soll, signalisieren wir ihm über den Parameter "u=1". Schreiben Sie stattdessen "u=0" oder lassen Sie diesen Parameter ganz weg, werden die Zeichen immer als solche übernommen.

In unserem Beispiel erstellen wir Passwörter mit einer Länge von acht Zeichen (l=8), die aus den Zeichenklassen Großbuchstaben, Kleinbuchstaben und Ziffern generiert werden sollen (c=uld). Jede dieser drei Zeichenklassen haben wir über dezimale Codepoint-Ranges definiert: die Großbuchstaben über die Codepoints 65 bis 90, was den Zeichen A bis Z entspricht, die Kleinbuchstaben über die Codepoints 97 bis 122, was den Zeichen a bis z entspricht, und die Ziffern über die Codepoints 48 bis 57, welche zu den Zeichen 0 bis 9 gehören.

Neben dieser dezimalen Schreibweise können die Codepoints auch hexadezimal spezifiziert werden. Der Buchstabe "A" kann somit sowohl dezimal als "66" als auch hexadezimal in einer der Formen #41, 0x41 oder U+0041 spezifiziert werden. Außerdem ist es möglich, neben einzelnen Code Points und den Ranges, die wir uns gerade angesehen haben, auch Aufzählungen mehrerer Code Points oder Ranges zu verwenden:

PasswortGenerator -cl l=10 c=s cs=65-90,#61-#7A,U+0021 u=1

In diesem Beispiel haben wir die Zeichenklasse "Sonderzeichen" durch einen Mix verschiedener Schreibweisen definiert. Die Zeichenklasse enthält hier die Buchstaben A bis Z (definiert über ihre dezimalen Codepoints 65 bis 90), die Buchstaben a bis z (definiert über ihre hexadezimalen Codepoints #61 bis #7A) sowie das Ausrufezeichen, das als einzelnes Zeichen über seinen Codepoint U+0021 definiert wurde. Mit diesem Zeichenset (c=s) erstellen wir mit dieser Zeile Passwörter mit zehn Zeichen (l=10). Hätten wir "u=1" (Interpretation als Codepoints) weggelassen, wären die Passwörter aus allen hier aufgeführten Zeichen wie "6", "5", "-", "9" und so weiter selber generiert worden, da die Zeichen als solche und nicht als Codepoints interpretiert worden wären. Um sowohl Codepoints als auch Zeichen als solche innerhalb einer Definition zu mischen, können Sie die Zeichen, die als solche interpretiert werden sollen, innerhalb der Auflistung in Anführungszeichen schreiben.

Einfluss auf die Mindestverwendung der Zeichenklassen nehmen

Auch wenn Sie mit dem Parameter "c=ulds" festlegen, dass die Zeichen aller Zeichenklassen im generierten Passwort vorkommen dürfen, kann der Zufall dennoch dazu führen, dass nur Zeichen einzelner oder auch nur einer einzigen Zeichenklasse in Ihrem Passwort auftauchen. Mit diesem Parameter alleine werden nämlich lediglich die Zeichen aller Zeichenklassen in einen großen Topf geworfen, aus dem dann eine zufällige Ziehung der Zeichen für Ihr Passwort erfolgt. Und dies können eben auch zufällig nur die Zeichen einer bestimmten Klasse sein, insbesondere dann, wenn die anderen Zeichenklassen deutlich weniger Zeichen umfassen. Dies muss nicht einmal ausschließlich selbstdefinierte Zeichenklassen geringen Umfangs betreffen, denn auch der Schatz an Buchstaben ist deutlich größer als der der Ziffern.

Wenn Sie es nicht dem Zufall überlassen möchten, ob jede Zeichenklasse in Ihrem Passwort vertreten sein wird, können Sie das Vorhandensein aller Zeichenklassen über den Parameter "m" und dessen Verwandte steuern:

PasswortGenerator -cl l=8 c=ulds m=1

Mit diesem Befehl erstellen wir ein achtzeichiges Passwort (l=8), das aus allen Zeichenklassen generiert werden soll (c=ulds) und aus jeder dieser Zeichenklassen mindestens ein Zeichen enthalten soll (m=1). Das "m" steht für "minimum" und kann eine beliebige Minimalzahl definieren. Es muss lediglich darauf geachtet werden, dass diese Minimalanzahl nicht den anderen Parametern widerspricht.

PasswortGenerator -cl l=15 c=uld m=5

In diesem Beispiel fordern wir mit "m=5" ganze fünf Zeichen aus jeder der drei zur Verwendung stehenden Zeichenklassen ("c=uld"). Um diese Anforderung zu erfüllen, muss unser Passwort eine Mindestlänge von 15 Zeichen (wie wir es hier mit "l=15" exakt eingestellt haben) haben. In kürzeren Passwörtern wäre es ansonsten nicht möglich, aus drei Zeichenklassen je fünf Zeichen unterzubringen.

Der Parameter "m" bezieht sich immer auf alle Zeichenklassen gleichermaßen. Neben diesem allgemeinen Mindestanzahl-Parameter existieren noch vier weitere Parameter, mit denen Sie die Mindestanzahl jeder der einzelnen Zeichenklassen individuell steuern können. Dies sind die Parameter "mu" (für "min uppercase" - Großbuchstaben), "ml" (für "min lowercase" - Kleinbuchstaben), "md" (für "min digits" - Ziffern) sowie "ms" (für "min special characters" - Sonderzeichen). Diese Parameter können einzeln oder auch in Kombination mit "m" verwendet werden.

PasswortGenerator -cl l=9 c=uld mu=3 ml=3 md=1

Hier verwenden wir die Parameter einzeln. Wir erstellen ein Passwort mit neun Zeichen (l=9) aus Großbuchstaben, Kleinbuchstaben und Ziffern (c=uld). Um die fast um den Faktor drei geringere Menge an Ziffern (0 bis 9) gegenüber den Buchstaben (A bis Z und a bis z) auszugleichen, bestimmen wir, dass sowohl die Großbuchstaben (mu=3) als auch die Kleinbuchstaben (ml=3) je minimal dreimal in unserem Passwort vorkommen sollen, die Ziffern jedoch nur minimal ein einziges Mal. Dadurch lässt sich die mögliche Überrepräsentation gleicher Ziffern verringern.

Exakt das gleiche Ergebnis würden wir auch mit der folgenden Zeile erreichen:

PasswortGenerator -cl l=9 c=uld m=3 md=1

Hier haben wir die Parameter "mu=3" und "ml=3" durch "m=3" ersetzt. Dies führt dazu, dass zunächst der allgemeine Parameter "m=3" die Mindestanzahl für alle Zeichenklassen auf "3" setzt, die anschließend nur für die Ziffern durch "md=1" überschrieben wird. Durch diese Kombination des allgemeinen mit spezifischen Parametern können wir uns bis zu zwei Parameter sparen, wie wir im nächsten Beispiel sehen, wo statt den 19 Zeichen "mu=1 ml=1 md=1 ms=0" nur die 8 Zeichen "m=1 ms=0" für das gleiche Ergebnis ausreichen:

PasswortGenerator -cl l=6 c=ulds m=1 ms=0

Eine Besonderheit ist hier der Parameter "ms=0", der nicht etwa bedeutet, dass Sonderzeichen gar nicht in den Passwort vorkommen sollen sondern nur, dass die minimale Anzahl von Sonderzeichen 0 beträgt. Mit anderen Worten dürfen Sonderzeichen in den Passwort vorkommen (wenn der Zufall es denn so will), jedoch müssen sie es nicht, da es keine Minimalforderung gibt. Mit dieser Zeile erstellen wir demnach ein Passwort mit sechs Zeichen (l=6), das aus allen Zeichenklassen generiert wird (c=ulds). Anschließend fordern wir zunächst eine allgemeine Minimalanzahl von einem Zeichen je Zeichenklasse (m=1), revidieren aber diese Anforderung danach für die Sonderzeichen (ms=0).

Vor Einführung der m-Parameter-Familie übernahm der Parameter "a" eine ähnliche Rolle. Mit "a=1" konnte erzwungen werden, dass aus jeder gewünschten Zeichenklasse mindestens ein Zeichen im Passwort vorkommt (a steht für "all"). Mit Einführung des deutlich flexibleren Parameters "m", mit dem auch eine genaue Anzahl der geforderten Zeichen aus jeder Zeichenklasse spezifiziert werden konnte (und nicht nur "mindestens eins" wie mit dem Parameter "a"), hat der Parameter "a" seine Bedeutung verloren. Aktuell wird dieser Parameter zwar noch unterstützt, wurde aber auf den Status "deprecated" herabgestuft und sollte daher zukünftig durch "m=1" ersetzt werden, was genau der gleichen Bedeutung entspricht.

Einmalige, ähnliche und benachbarte Zeichen

Wie Sie es auch aus der graphischen Benutzeroberfläche des Passwortgenerators kennen, stehen Ihnen drei weitere Optionen für die Passwortgenerierung zur Verfügung, die wir bisher noch nicht angesprochen haben. Diese drei Optionen stehen Ihnen auch über die Skriptsteuerung zur Verfügung, was wir uns in den folgenden drei Beispielen ansehen möchten.

PasswortGenerator -cl l=25 o=1

Mit dieser Zeile möchten wir ein Passwort mit 25 Zeichen erstellen. Eine Passwortgenerierung dieser Länge kann schnell dazu führen, dass einzelne Zeichen doppelt oder sogar noch häufiger im Passwort vorkommen. Um dies zu verhindern, können wir mit dem Parameter "o=1" dafür sorgen, dass jedes Zeichen maximal nur ein einziges Mal verwendet werden darf (das "o" steht für "only once"). Genau wie bei den Parametern für die Mindestanzahl von Zeichen aus Zeichenklassen müssen wir auch bei Verwendung dieses Parameters beachten, dass die Anzahl der zur Verfügung stehenden Zeichen auch bei einmaliger Verwendung für unsere Passwortlänge ausreichend ist.

PasswortGenerator -cl l=6 es=1

Mit dieser Zeile erstellen wir ein Passwort mit lediglich sechs Zeichen und übergeben den Parameter "es=1". Das "es" steht für "exclude similar" und sorgt dafür, dass ähnlich aussehende Zeichen wie O, 0, 1, I oder l ausgeschlosssen werden. Diese Funktion kann nützlich sein, um Missverständnissen beim Abtippen des Passworts vorzubeugen, zum Beispiel wenn ein Passwort in gedruckter Form weitergegeben werden muss. Ohne diesen vereinfachenden Parameter müssten die Zeichenklassen selber aufwendig umdefiniert werden. Das heißt, die ähnlich aussehenden Zeichen müssen nicht noch zusätzlich aus dem betreffenden Zeichenklassen entfernt werden - es ist ausreichend, nur diesen Parameter zu verwenden.

PasswortGenerator -cl l=10 ri=1

Die letzte Option, die wir in diesem Abschnitt vorstellen möchten, ist der Parameter "ri=1", welcher für "reduce identicals" steht. Konkret reduziert dieser Parameter die Wahrscheinlichkeit dafür, dass zwei gleiche Zeichen hintereinander in Ihrem Passwort auftauchen (was bei Verwendung des Parameters "o=1" allerdings ohnehin nicht vorkommen kann).

Ansonsten lassen sich - auch wenn wir die Beispiele in diesem Abschnitt übersichtshalber bewusst kurz gehalten haben - natürlich auch die hier vorgestellten Parameter mit allen anderen bisher in diesem Tutorial kennengelernten Parametern frei kombinieren.

Auf Konfigurationsdateien zurückgreifen

Einstellungen, die Sie über die grafische Benutzeroberfläche des PasswortGenerators vorgenommen haben, können Sie über Einstellungen > Speichern als Datei im Format *.pgs (Password Generator Settings) abspeichern. Darin können Sie neben der Länge und den verwendeten Zeichenklassen zum Beispiel auch definieren, welche Zeichen zu welcher Zeichenklasse gehören.

Um diese Konfigurationsdateien im Batch Mode zu nutzen, müssen diese lediglich als Parameter wie folgt übergeben werden:

PasswortGenerator -cl config.pgs

Sollte die Konfigurationsdatei nicht im gleichen Verzeichnis wie die Programmdatei liegen, muss natürlich zusätzlich der Pfad zur Datei angegeben werden:

PasswortGenerator -cl c:\ordner\config.pgs

Die Konfigurationsdateien können frei mit beliebigen anderen Parametern genutzt werden:

PasswortGenerator -cl config.pgs l=20 c=ds

Dabei gilt folgendes: Zunächst werden die Standardeinstellungen des PasswortGenerators geladen. Falls vorhanden, werden diese mit den Starteinstellungen überschrieben. Diese werden dann wiederum durch mögliche übergebene Konfigurationsdateien überschrieben (die Einstellungsdateien können auch nur Teile der möglichen Einstellungen erhalten). Zuletzt werden die Einstellungen mit den Parametern überschrieben. Die Parameter haben also immer die höchste Priorität.

Übersicht über alle verfügbaren Parameter

Zusammenfassend finden Sie in der folgenden Tabelle eine Übersicht über alle verfügbaren Parameter, die Sie im Batch Modus des PasswortGenerators verwenden können.

ParameterWerteDefaultBeschreibung
lZahlen > 0Standardeinstellung des ProgrammsGewünschte Länge des Passwortes. Nutzen Sie zum Beispiel l=10 um ein Passwort mit 10 Zeichen zu erstellen.
cu, l, d, s - frei kombinierbarStandardeinstellung des ProgrammsGewünschte Zeichenklassen für das Passwort. Die einzelnen Buchstaben stehen für Großbuchstaben (u), Kleinbuchstaben (l), Ziffern (d) und Sonderzeichen (s) und können frei miteinander kombiniert werden. Zum Beispiel c=ulds für Passwörter aus allen Zeichenklassen, c=ul für Passwörter aus  Großbuchstaben und Kleinbuchstaben oder c=d für Passwörter, die nur aus Ziffern bestehen.
cubeliebige ZeichenStandardeinstellung des ProgrammsDefinition der Zeichen für die Zeichenklasse "Großbuchstaben" (characters uppercase). Mit "cu=ABC" werden zum Beispiel die Buchstaben "A", "B" und "C" als "Großbuchstaben" verwendet. Wenn dieser Parameter mit "u=1" kombiniert wird, können die Zeichen alternativ auch über ihre Unicode Codepoints definiert werden.
clbeliebige ZeichenStandardeinstellung des ProgrammsDefinition der Zeichen für die Zeichenklasse "Kleinbuchstaben" (characters lowercase). Mit "cl=abc" werden zum Beispiel die Buchstaben "a", "b" und "c" als "Kleinbuchstaben" verwendet. Wenn dieser Parameter mit "u=1" kombiniert wird, können die Zeichen alternativ auch über ihre Unicode Codepoints definiert werden.
cdbeliebige ZeichenStandardeinstellung des ProgrammsDefinition der Zeichen für die Zeichenklasse "Ziffern" (characters digits). Mit "cd=123" werden zum Beispiel die Ziffern "1", "2" und "3" als "Ziffern" verwendet. Wenn dieser Parameter mit "u=1" kombiniert wird, können die Zeichen alternativ auch über ihre Unicode Codepoints definiert werden.
csbeliebige ZeichenStandardeinstellung des ProgrammsDefinition der Zeichen für die Zeichenklasse "Sonderzeichen" (characters special). Mit "cs=!?" werden zum Beispiel die Zeichen "!" und "?" als "Sonderzeichen" verwendet. Wenn dieser Parameter mit "u=1" kombiniert wird, können die Zeichen alternativ auch über ihre Unicode Codepoints definiert werden.
u0 oder 10Mit "u=1" werden die die über "cu", "cl", "cd" und "cs" definierten Zeichenklassen als Unicode-Codepoints interpretiert. Die Angabe kann in Form einzelner CodePoints (zum Beispiel 66, #41, 0x41 oder U+0041 für "A"), als Range (zum Beispiel 66-68 für "ABC") oder als Aufzählung mehrerer Code Points oder Ranges (zum Beispiel #41,#42,#44-#46 für "ABDEF") erfolgen.
mbeliebige ZahlStandardeinstellung des ProgrammsMindestanzahl an Zeichen, die aus jeder Zeichenklasse für das Passwort verwendet werden soll. Zum Beispiel "m=2" um aus jeder gewählten Zeichenklasse mindestens zwei Zeichen für das Passwort zu verwenden. Die durch diesen Parameter spezifizierte allgemeine Minimalanzahl kann für einzelne Zeichenklassen über die Parameter "ml", "mu", "md" und "ms" überschrieben werden.
mubeliebige Zahlüber Parameter "m" definierte AnzahlMindestanzahl an Großbuchstaben (min uppercase), die für das Passwort verwendet werden sollen. Überschreibt den durch Parameter "m" spezifizierten Wert.
mlbeliebige Zahlüber Parameter "m" definierte AnzahlMindestanzahl an Kleinbuchstaben (min lowercase), die für das Passwort verwendet werden sollen. Überschreibt den durch Parameter "m" spezifizierten Wert.
mdbeliebige Zahlüber Parameter "m" definierte AnzahlMindestanzahl an Ziffern (min digits), die für das Passwort verwendet werden sollen. Überschreibt den durch Parameter "m" spezifizierten Wert.
msbeliebige Zahlüber Parameter "m" definierte AnzahlMindestanzahl an Sonderzeichen (min special chars), die für das Passwort verwendet werden sollen. Überschreibt den durch Parameter "m" spezifizierten Wert.
a0 oder 1Standardeinstellung des ProgrammsSoll für jedes Passwort immer mindestens ein Zeichen aus jeder angegebenen Zeichenklasse verwendet werden? Ja (1) oder Nein (0). Dieser Parameter ist als "deprecated" eingestuft. Verwenden Sie bitte stattdessen nun den Parameter "m" in der Form "m=1".
o0 oder 1Standardeinstellung des ProgrammsSoll jedes Zeichen nur maximal einmal (only once) verwendet werden? Ja (1) oder Nein (0).
es0 oder 1Standardeinstellung des ProgrammsSollen ähnlich aussehende Zeichen wie O, 0, 1, I oder l ausgeschlosssen werden (exclude similar)? Ja (1) oder Nein (0).
ri0 oder 1Standardeinstellung des ProgrammsSoll die Wahrscheinlichkeit für zwei gleiche Zeichen hintereinander reduziert werden (reduce identicals)? Ja (1) oder Nein (0).
[Dateien]Konfigurationsdateien mit der Endung PGSStandardeinstellung des ProgrammsKonfigurationsdatei, die mit dem PasswortGenerator erstellt werden kann und alle Einstellungen inklusive der für die einzelnen Zeichenklassen verwendeten Zeichen enthalten kann.

Alle verfügbaren Parameter können beliebig miteinander kombiniert werden. Die einzelnen Parameter wie l, c und so weiter haben eine höhere Priorität als mögliche Konfigurationsdateien.